Akku-Pflege von Anfang bis Ende
Isidor Buchmann
Cadex Electronics Inc.
isidor.buchmann@cadex.com
www.buchmann.ca
April 2001
Es ist bemerkenswert festzustellen, daß Akkus, die
vom Einzelbenutzer gepflegt werden, allgemein länger
halten als jene, die im öffentlichen Gruppensystem operieren,
wo jedermann Zugriff hat, jedoch niemand dafür verantwortlich
ist. In diesem Artikel betrachten wir Aspekte von zwei bestimmten
Akku-Anwendungen, nämlich für persönliche Zwecke
und Gruppenanwendungen. Der Artikel enthält Vorschläge
wie man die Lebensdauer eines Akkus verlängern und die
Zuverläßlichkeit verbessern kann.
In unserer Definition ist ein Einzelbenutzer jemand, der ein
Handy, einen Laptop oder eine Videokamera für geschäftliche
Zwecke oder zum Vergnügen benutzt. Sie oder er wird aller
Wahrscheinlichkeit nach die empfohlenen Richtlinien der Akku-Pflege
befolgen. Der Benutzer wird sich mit den Abweichungen des
Akkus eng vertraut machen. Sobald die Leistungsdauer sich
abschwächt, wird der Akku gewartet oder ersetzt. Fälle
von kritischem Versagen sind rar, weil der individuelle Besitzer
sich auf das Leistungsvermögen des Akkus einstellt und
seine Erwartungen gleichermaßen anpaßt und reduziert.
Der Gruppenanwender, andererseits, hat ein geringes persönliches
Interesse am Akku und wird kaum ein Pack tolerieren, welches
nicht perfekt ist. Er nimmt einfach einen Akku vom Ladegerät
und erwartet, daß er für die Dauer des Gebrauchs
seine Leistung beibehält. Am Ende des Tages wird der
Akku wieder geladen, griffbereit zur Anwendung von dem nächsten
Benutzer. Vermutlich durch Nachlässigkeit liefern Akkus
für multiple Benutzer eine bemerkbar kürzere Lebensdauer,
als jene die ausschließlich zu persönlichen Zwecken
gebraucht werden.
Wie können Flotten-Akkus länger haltbar bleiben?
Eine interessante Beobachtung ergibt sich aus dem Vergleich
der Handhabungen zwischen der US-Armee einerseits und der
holländischen Armee andererseits, wo beide Flotten-Akkus
benutzen. Die US-Armee teilt Akkus ohne jegliches Wartungsprogramm
aus. Wenn der Akku versagt, wird ein neues Pack ausgeteilt,
ohne daß ursächliche Fragen über die Umstände
gestellt werden. Nur minimale Pflege wird aufgewandt und die
Versagerquote ist dementsprechend hoch.
Die holländische Armee entschied sich, das Flottensystem
fallen zu lassen, indem die Soldaten für ihre Akkus verantwortlich
gemacht werden. Dieses System wurde eingeführt, um die
Verläßlichkeit zu verbessern und die Betriebskosten
zu reduzieren. Die Akkus werden individuell an die Soldaten
ausgehändigt und werden wie ihr Eigentum gepflegt.
Die Verbesserungsergebnisse sind erstaunlich. Seit die holländische
Armee diese neue Regelung einführte, fiel die Versagerquote
ganz erheblich und gleichzeitig wurde eine Verbesserung der
Akku-Leistung verzeichnet. Plötzliches Versagen in der
Feldanwendung konnte fast vollkommen ausgeschlossen werden.
Es sollte angemerkt werden, daß die holländische
Armee ausschließlich NiCd Akkus benutzt. Um die Lebensdauer
zu verlängern, erhält jedes Pack eine periodische
Wartung durch einen Cadex Akku-Analyzer. Akkus, die nicht
die eingestellte 80-prozentige Kapazitätsvorgabe erreichen,
werden rekonditioniert; jene, welche das Kapazitätsziel
nicht erreichen, werden ersetzt. Die US-Armee, andererseits,
verwendet NiMH Akkus, welche für eine kürzere Lebensdauer
bekannt sind. Die Armee bewertet die neu entwickelte Li?ion
Polymer als Akku-Typ der Zukunftsgeneration.
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